4581 Dienstwaffen verschwunden

Gemäss offizieller Stellungsnahme des VBS gingen seit 1969 genau 4581 Dienstwaffen verloren. Ganze 3897 davon ausserhalb des Dienstes. Da betrunkene Rückkehrer aus dem WK oder der RS, die ihre Waffe im Zug oder am Bahnhof liegen lassen, sich noch im Dienst befinden, solange sie ihre Haustüre noch nicht durchschritten haben, gehen also 3897 Waffen bei der Aufbewahrung zu Hause verloren.

„Zwischen 1969 und 2008 wurden der Armee 4581 Waffenverluste gemeldet. Diese wurden gestohlen oder verloren. Davon blieben 4321 Waffen verschwunden – 422 während des Dienstes, 3897 ausserhalb des Dienstes und 2 Jungschützengewehre.“ (VBS, 13.03.2008 )

Nach Adam Riese verschwindet demnach alle 3,6 Tage eine Ordonnanzwaffe aus dem Keller, dem Estrich oder aus der Wohnung. Anstelle rigoroserer Waffeninspektionen im Dienst (Befehl von Korpskommandant Nef) drängt sich die Aufbewahrung der Armeewaffen im Zeughaus als konsequentere und effektivere Lösung auf. Ob dies die Armeeführung und die Mehrzahl der Parlamentarier einsieht, bleibt abzuwarten.

Beispiel gefällig?

„Mir wurde meine Pistole letztes Jahr bei einem Einbruch gestohlen und ich hätte es mir nie verzeihen können, wenn mit dieser Waffe ein Verbrechen verübt worden wäre. Zum Glück wurde sie kurz darauf sichergestellt…“ (Mollet, 2007)

Nachtrag:

In der Fragestunde des Nationalrates vom 13.03.2008 äusserte sich Bundesrat Schmid zur Problematik.

„Seit der Einführung von „Armee 95″ und insbesondere seit der Einführung von „Armee XXI“ hat die Zahl der gemeldeten Waffenverluste deutlich abgenommen. Besonders hohe Verlustzahlen gab es in den Jahren rund um die beiden Armeereformen [...]. Der Chef der Armee, Korpskommandant Nef, hat vergangene Woche Massnahmen angeordnet, welche die Anzahl verlorengegangener und gestohlener Dienstwaffen verringern sollen. Solche Massnahmen sind in den Bereichen Ausbildung und Dienstbetrieb vorgesehen. [...] Weitere Massnahmen sind derzeit in Prüfung.“ (Schmid, 2008 )

Auf die Rückfrage des Luzerner Nationalrates Hans Widmer, wie es um das bundesrätliche Vertrauen in die Armeeangehörigen, insbesondere bezüglich der Aufbewahrung der Armeewaffen, steht, gab es folgende Replik:

„Mein Vertrauen in die Miliz ist unerschütterlich, Herr Widmer, selbst wenn auch in der Miliz gelegentlich Fehler vorkommen mögen.“ (Schmid, 2008 )

Zu Bedenken ist, dass solche Fehler fatale Folgen haben können. Wie würden Schmid, Nef & Co. wohl reagieren, wenn ein Mitglied aus ihrer Familie durch einen Schuss aus einer Armeewaffe getötet würde? - was ich natürlich NIEMANDEM wünsche!

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