Munition à discrétion

Arme Armee. Kaum verklingt das Echo aus dem Blätterwald, welches fünf rekurrierende Angehörige der Schweizer Armee hervorgerufen haben und schon schneidet sich das Schweizer Militär ins eigene Fleisch. Fast so, wie der Polizist in den USA, der sich bei einem Schulbesuch vor versammelter Klasse selber in den Fuss geschossen hat.

Wie der Winterthurer Landbote am 25.04.2008 berichtete, lädt der Militärschiessverein Winterthur anlässlich des Feldschiessens dazu ein, Munition schon drei Tage im Voraus zu beziehen. Und zwar unversiegelt und unverschlossen. Eben so, wie man es vom “Obligatorischen” her kennt. Gern zitiere ich aus dem Bericht des Landbotens:

In einem Faltblatt lädt der Militärschiessverein (MSV) Winterthur zum Feldschiessen: «Gehen Sie hin; am besten mit Ihren Kollegen – verbringen Sie gemütliche Stunden! [...] Am 9. Mai ist der MSV Winterthur nicht in Hofstetten anwesend. Schützen, die dann schiessen möchten, werden gebeten, das Standblatt und Munition am 6. Mai im Ohrbühl abzuholen.»

Heinz Frutiger, «Chef Schiesswesen ausser Dienst» beim Bund, findet deutliche Worte für das Schreiben der Winterthurer Schützen: «Wenn die Schützenvereine ihren Ruf ruinieren wollen, dann so». Er ortet einen klaren Verstoss gegen den Munitionsbefehl, welcher das Mitnehmen von Munition aus dem Dienst wie auch aus dem Schützenhaus verbietet. «Die Regelung ist ganz klar, Munition wird nur im Schiesstand ausgegeben und wenn sie dort nicht verschossen wird, so ist der ausgebende Verein verpflichtet, diese Munition zum bezahlten Preis zurückzunehmen». [...]

Reto Braun ist Vorstandsmitglied des Militärschiessvereins und verfasste das gerügte Schreiben. Er sei sich im Klaren gewesen, dass er damit gegen den Munitionsbefehl verstosse, erklärt er. So wie sein Verein handhabten aber noch zahlreiche andere Schützenvereine die Munitionsausgabe für das «Vorschiessen». [...]“ (Landbote, 25.04.2008, S. 13)

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