Bald sind acht Monate vergangen seit wir unser Gewehr „illegal“ im Zürcher Zeughaus deponiert und einigen Staub aufgewirbelt haben. Das Jahr 2008 nähert sich dem Ende, ein weiterer Amokschütze griff zum Sturmgewehr, vernünftige Zuger entsorgten ihre Waffen bei der Polizei und Bundesrat Schmid zieht sich zurück. Der abtretende (Selbst-) Verteidigungsminister hinterlässt dabei eine Armee XXI mit mehreren Kinderkrankheiten. Ein stalkender Ex-Armeechef Nef, mangelhalfte Logistik, frustierte Soldaten, offenbar Vergewaltigungen in der Militärunterkunft, strippende Rekrutinnen und Orientierungslosigkeit der gesamten Streitkräfte sind nur einige wunde Punkte. Dass uns der ganze Spass jährlich mehrere Milliarden Franken kostet, soll für einmal Nebensache sein. Anstatt für Sicherheit zu sorgen, produziert die Schweizer Armee zunehmend Unsicherheit. Wenigstens schützt sie die exzessiv feiernden Banker am Weltwirtschaftsforum in Davos…
Gespannt sind wir Waffendeponierer natürlich, ob die Arbeitsgruppe „Ordonnanzwaffen“ des VBS und der Kantone trotz der VBS-internen Turbulenzen bis Ende 2008 ihren Bericht vorlegen wird. Diese soll im Auftrag des Bundesrates „bis spätestens Ende 2008 die militärischen, rechtlichen, staatspolitischen und soziologischen Aspekte rund um die persönliche Dienstwaffe umfassend [...] analysieren„ (Curia Vista, 27.02.2008).
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