Francescas Eltern kritisieren Waffenabgabepraxis der Schweizer Armee scharf

Einen Tag vor der morgigen Gerichtsverhandlung im Tötungsdelikt Hönggerberg melden sich die Eltern der durch eine Armeewaffe getöteten Francesca zu Wort. Im Gespräch mit dem Tagesanzeiger prangern sie die Schweizer Armee an und werfen ihr vor, am Tod ihrer Tochter mitverantwortlich zu sein:

„Francesca wurde mit einer Armeewaffe und mit Armeemunition getötet: Ihr Tod ist eine Angelegenheit des Militärs. Der Täter hatte vor der Rekrutenschule Leute bestohlen und einen Molotowcocktail geworfen. So einem Menschen gibt man doch keine Waffe in die Hand. Zudem konnte er problemlos Munition stehlen. Das Militär gehört auch auf die Anklagebank.“

Die Führung der Schweizer Armee ist seit der Tötung Francescas am 23.11.2007 durch einen gleichentags aus der Rekrutenschule entlassenen Soldaten unter konstantem Druck. Wie nie zuvor in ihrer Geschichte muss sie die generelle Heimabgabe der persönlichen Armeewaffe rechtfertigen. Dass nun über flankierende Massnahmen wie eine Sicherheitsüberprüfung der zu bewaffnenden Armeeangehörigen beraten wird, lässt auf eine gewisse Schuldanerkennung seitens der Armeeführung schliessen. Allzu bedrohlich schwingt das Damoklesschwert der Volksinitiative „Für den Schutz vor Waffengewalt“ über ihren Köpfen.

Da solche Sicherheitsüberprüfungen, zumindest wie sie derzeit durch die Schweizer Armee ausgeführt werden, ziemlich unprofessionell vonstatten gehen (bspw. mit zweijähriger Verspätung… [Quelle kann bei Bedarf gerne angegeben werden]), kann und darf dies nicht als Problemlösung akzeptiert werden. Deshalb streben die Befürworter der Initiative wie auch Francescas Eltern eine sichere Aufbewahrung der Ordonnanzwaffen im Zeughaus an. Für Francescas Mutter würde eine solche Lösung den Verlust ihrer Tochter ein klein wenig ertragbarer machen.

Es gibt absolut keinen Grund, weshalb Armeewaffen zu Hause gelagert werden sollten. Was bringen sie? Sie werden nur dazu gebraucht, Menschen wehzutun. Unser letztes Ziel ist es, die Armeewaffen aus den Haushalten zu verbannen. Francesca war so temperamentvoll. Führte ihr Tod dazu, dass Armeewaffen ins Zeughaus verbannt würden, könnten wir sagen: Francesca hat auch das geschafft. Dann wäre ihr Tod nicht umsonst gewesen.“

 

Siehe auch Kommentar von Marcel Zulauf (stv. Chefredaktor Blick) „Armee trägt Mitschuld„.

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